Chronik

Im Jahre 1841 wurde die erste Freiwillige Feuerwehr Deutschlands in Meißen gegründet.

Rund 30 Jahre später zogen die Königsteiner mit der Gründung ihrer Feuerwehr nach. Anlass zur Gründung war der Großbrand eines Gebäudes in der Pirnaer Str. (dem jetzigen Haus 21- 23) am Sonntag, dem 03. November 1872. Das Feuer wurde von der damals schon bestehenden Feuerwehr Bad Schandau und den Spritzenmannschaften der umliegenden Orte bekämpft. Bei diesem Brand mit seinen verheerenden Auswirkungen auf die Stadt und ihre Bürger, hat sich das Fehlen einer gut ausgebildeten Feuerwehr gezeigt.

Aus diesem Grund gründeten am 12,November 1872 49 Männer des Turnervereins, Handwerker, Arbeiter und willige Bürger, die erste Feuerwehr des Ortes.

Zum ersten Hauptmann der Wehr wurde Herr Seilermeister Hermann Töpfer gewählt.

„Das junge Institut fand bei den Vertretern der Stadt sowohl im Rats- sowie im Stadtverordnetenkollegium die bereitwilligste Unterstützung“, so daß die notwendige Summe zur „Beschaffung der Ausrüstung und Bekleidung anstandslos“ bereitgestellt wurde. So stand um 1895 folgende Ausrüstung zur Verfügung:

1 Abprotzspritze mit Mannschaftswagen, 1 mechanische Leiter, 1 Stützenleiter, 5 Haken- und 3 Packleitern, 2 Hydrantenwagen, 1 Simsbock, 1 Gerätewagen, 1 Rettungsschlauch, 1 Rauchhelm, 1 Spritzenschlitten, 1 Satz Schlittenkufen, 1 Schlauchbrücke und Geräte für Waldbrände.

Die Freiwillige Turnerfeuerwehr gliederte sich in:

Hydrantenzug – Steigerzug – Spritzenzug.

Die Alarmierung erfolgte durch Glockensignale von der Stadtkirche. Stadtfeuer wurden durch drei Schläge an die „Große Glocke“ der Stadtkirche und auswärtige Brände durch vier Schläge an die „Kleine Glocke“ selbiger Kirche bekannt gegeben. Trompetenstöße und Blasen des Nachtwächterhorns waren zusätzliche Alarmzeichen. Der Glöckner durfte seinen Platz nicht verlassen, bis die Löschmannschaften zur Stelle waren. Durch eine Fahne und nachts durch eine Laterne musste er die Richtung angeben, in der das Feuer erkannt wurde. Später übernahmen Hornisten die Alarmierung. Zum Beispiel ist überliefert, das der „Oberhornist“ Theodor Ryssel aus dem Ratskeller sich für diese Aufgabe langjährig bewährt hat.

Anfangs war die Feuerwehr im unteren Bereich der Turnhalle untergebracht, an welche auch der heute noch als Schlauchtrockenturm genutzte Steigerturm angebaut wurde. Um 1890 wurde neben der Kirche ein neues Gerätehaus für die Feuerwehr erbaut, das noch bis 1991 genutzt wurde. Es musste mehrmals umgebaut werden, um die größeren und moderneren Geräte und Fahrzeuge unterzubringen.

Am 01.März 1899 wird der Schlossermeister Otto Richter Hauptmann der Turnerfeuerwehr Königstein. Er begleitete dieses Amt (nach Überlieferung) mindestens 25 Jahre. 1934 wurde er „Ehrenhauptmann“ der Wehr.

Die Kommandanten der Feuerwehr Königstein bis 1946

1872 – 1893 Hermann Töpfer
1893 – 1899 Heinrich Feller/Otto Adler
1899 – 1934 Otto Richter
1934 – 1936 Herbert Standtke
1936 – 1945 Alfred Pantuschky
1945 – 1946 Paul Schneider

1920 trennt sich die Turnerfeuerwehr vom Turnerbund und nennt sich seitdem

„Freiwillige Feuerwehr Königstein“

Bis zum 50-jährigen Gründungsjubiläum wurde die Feuerwehr zu 37 Gebäudebränden in unserer Stadt, 111 Schadenfeuern außerhalb Königsteins, 83 Waldbränden und vielen anderen Hilfeleistungen wie Hochwasser von Elbe und Biela usw. gerufen. Dabei zählte die Wehr 1922 2 Hauptleute, 6 Zugführer und 42 Wehrleute.

FF Königstein 1930

FF Königstein 1930

In die Zeit zwischen 1922 und 1930 fällt auch die Indienstellung des ersten Fahrzeuges unserer Wehr, einem LKW, der für Feuerwehrzwecke nutzbar gemacht wurde und die als Ersatz für die Handdruckspritze beschaffte zweirädrige Motorspritze zog.

Im Jahre 1933 wurde die Freiwillige Feuerwehr in „Feuerlöschpolizei Königstein“ umbenannt. 1938 kaufte die Stadt für die „Feuerlöschpolizei“ ein offenes Löschfahrzeug vom Typ LF – TS 8 auf Mercedes- Benz (noch heute „unser Mercedes“ genannt) mit einschiebbarer Tragkraftspritze des Typs „Flader“.

Unser Mercedes 1958

Unser Mercedes 1958

Dieses für die damalige Zeit moderne Löschfahrzeug führte alle für die Brandbekämpfung nötigen Geräte mit und war für eine Löschgruppe konzipiert. Es sollte jedoch auf lange Zeit die letzte Neubeschaffung für unsere Feuerwehr sein.

Die Alarmierung erfolgte ca. ab Mitte der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts über die zuerst auf dem Pfarramt Goethestraße 22 aufgestellte und während des Krieges wegen der besseren Hörbarkeit auf den Kirchturm der evangelischen Stadtkirche umgesetzte Sirene. Sie dient übrigens noch heute als 2. Alarmierungsmöglichkeit.

Der 2. Weltkrieg forderte wie auch schon der erste unter den Kameraden der Feuerwehr Königstein große Opfer. Viele kehrten von den Schlachtfeldern nicht zurück, doch sie bleiben uns alle in Erinnerung.

Unsere Stadt blieb von Bombenangriffen glücklicherweise so gut wie verschont, dennoch mussten die Kameraden wie z.B. am 13./14. Februar 1945 in Dresden überörtlich Hilfe leisten. Glücklicherweise kehrten Mannschaft und Gerät von diesen Einsätzen immer wohlbehalten zurück.

Da während des 2. Weltkrieges kaum noch Männer da waren, wurden Frauen und junge Burschen in die Feuerwehr aufgenommen und ausgebildet. Die Leistungen dieser Menschen im Dienst am Gemeinwohl in einer Zeit größter Entbehrungen sind hoch zu würdigen.

Die Wälder um Königstein, vor allem in Richtung Cunnersdorf und Rosenthal waren voll von Liegengelassener scharfer Munition. So wurde bei einem Waldbrand am 15. Juli 1945 bei Cunnersdorf der damalige Leiter der Feuerwehr Königstein, Ofensetzermeister Alfred Pantuschky durch explodierende Munition so schwer verletzt, dass er auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb.

Neuer Leiter der Feuerwehr wurde dann Willy Wehner, der sich zusammen mit Paul Schneider in den schweren Jahren nach 1945 bei der vollkommenen Neuorganisation des Feuerwehrwesens sehr große Verdienste erworben hat.

Ab 1949 wurden die Feuerwehren den Räten der Kreise unterstellt, welchen dann auch die Beschaffung und Verteilung der Fahrzeuge oblag. Die Freiwillige Feuerwehr Königstein wurde zur Stützpunktfeuerwehr des damaligen Wirkungsbereiches Königstein, wodurch sich Aufgaben und Ausrückebereich wesentlich erweiterten. Auch erfolgte die Integration in die so genannten Brandschutzeinheiten der Zivilverteidigung (den heutigen Löschzügen Wasser des erweiterten Katastrophenschutz vergleichbar).

1957 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Königstein erstmals ein Tanklöschfahrzeug zugewiesen. Es handelte sich um ein ursprünglich ausrangiertes TLF 15 auf Opel-Blitz mit einem Löschwassertank von 1500 Litern und einer Vorbaupumpe mit einer Pumpenleistung von 1500 l/min. Unter großen Mühen und Opfern der Kameraden wurde der „Bertel-Dampfer“

TLF 15 bei einem Brandeinsatz 1958

TLF 15 bei einem Brandeinsatz 1958

(wie man ihn liebevoll nannte) bis ca.1960 einsatzbereit gehalten.

TLF 15 bei einem Brandeinsatz um 1958

Opel-Blitz und Mercdes

Opel-Blitz und Mercdes

Dieses Foto entstand 1958 vor dem „alten“ Gerätehaus. Links ist der Opel-Blitz mit den Kameraden Harry Scherz und Werner Gnauck zu sehen. Rechts am Mercedes stehen die Kameraden Herbert Wehner, Willy Wehner, Gerhard Schuster, Max Zschaler, Werner Gebauer und Gerhard König.

Die Jahre 1957/58 waren die Jahre schwerer Hochwasserkatastrophen, unsere Feuerwehr war im Kreisgebiet bis hin in die Kreisstadt Pirna selbst eingesetzt.

Ab 1962 wurde die Wehr mit Fahrzeugen aus DDR Produktion ausgerüstet. Zuerst bekamen wir ein Löschgruppenfahrzeug auf Robur LF-LKW mit Tragkraftspritze TS 8 und Schlauchtransporthänger STA, das damals modernste Fahrzeug seiner Art. Leider wurde die Freude über das neue Fahrzeug durch häufige Ausfälle und lange Reparaturzeiten allzu oft getrübt, es handelte sich um ein Fahrzeug der Nullserie!

LO LF8 TS8

LO LF8 TS8

 

LF-LKW-TS 8-STA kurz nach der Indienststellung

Im gleichen Jahr wurde das 90- jährige Gründungsjubiläum mit einer großen Schauübung und Festveranstaltung würdig begangen.

Der „Mercedes“ war noch bis 1963 im Dienst der Feuerwehr Königstein, dann musste er schweren Herzens auf Anweisung des damaligen Rates des Kreises an die Freiwillige Feuerwehr Papstdorf abgeben werden. Auf „rot“ umlackiert war er dort noch bis 1974 im Einsatz. Heute gehört er der Freiwilligen Feuerwehr Graupa als Feuerwehrveteran und wird sehr oft bei Jubiläen anderer Wehren gezeigt.

Ende 1963 kam dann ein Beleuchtungssatzanhänger (BLA) hinzu und 1964 konnte dann doch das unten abgebildete Langersehnte neue Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16 auf Fahrgestell S4000-1 in Besitz genommen werden, ein Fahrzeug, welches sich über 24 Jahre bestens bewähren sollte!

Wehrleitung vor TLF 16 1972

Wehrleitung vor TLF 16 1972

Wehrleitung im Jahre 1972 vor dem TLF 16 (Kam. Roland Gäbel, Manfred Mitreiter, Gerhard König v.l.n.r.)

Nunmehr war es im alten Gerätehaus neben der Kirche mächtig eng geworden, der Ruf nach einer neuen, zeitgemäßen Unterkunft mit Toiletten, Waschgelegenheit, Schulungsraum und ausreichend Stellfläche für die Technik wurde immer lauter, doch erhört wurden die Kameraden bis 1989/90 nie!

1966 wurde die Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ gegründet, der Vorläufer der heutigen „Jugendfeuerwehr“. Aus ihr gehören eine Anzahl damaliger Jugendlicher und Kinder heute noch der FF Königstein aktiv an. 1971 konnte dann wieder eine Frauenlöschgruppe gegründet werden.

Es war die zweite in der Geschichte unserer Wehr nach 1945 und schon bald bildeten „die Mädels“ eine kaum noch wegzudenkende Stütze im Einsatzdienst insbesondere auch in den Tagesstunden. Nicht selten rückte das TLF 16 mit 3 bis 4 Kameradinnen und 2 Kameraden besetzt zum Einsatz aus!

Leider hatte diese wiederum nicht sehr lange Bestand. 1972 konnte das 100-jährige Bestehen unserer Wehr in würdigem Rahmen begangen werden.

Mancher der etwas älteren Königsteiner wird sich vielleicht noch an die großen Schauübungen der aktiven Kameraden und auch der „Jungen Brandschutzhelfer“ an der „Bienertmühle“ erinnern.

Das Einsatzaufkommen pegelte sich in dieser Zeit auf 10 bis 20 Einsätze pro Jahr ein. Wiederum waren es zumeist Brände, teilweise im Stadtgebiet aber auch häufig überörtlich (das Königsteiner TLF 16 war neben dem Pirnaer bis etwa 1978 das einzige im Oberen Elbtal!) und eine ganze Anzahl an Hilfeleistungen bei Sturm und Hochwasser.

1987 löste ein modernes Tanklöschfahrzeug TLF 16 auf Fahrgestell W50 mit 2200 l. Wasser und 500 l Schaummittel, Wendestrahlrohr, Hitzeschutzanzügen, 3 Druckluftatemgeräten u.v.a.m. das TLF 16 auf S 4000-1 ab.

Nunmehr war jedoch das alte Gerätehaus endgültig zu klein, das neue TLF 16 passte absolut nicht mehr in die „Fahrzeughalle“! Eine Unterstellmöglichkeit wurde gesucht, alle Varianten vom nochmaligen Umbau des alten Gerätehauses bis zum Neubau erwogen und verworfen. Dazu der Druck von Seiten des damaligen Rates des Kreises: „Wenn Ihr das Fahrzeug nicht ordnungsgemäß unterstellen könnt, bekommt ihr es nicht!“

Fieberhaft wurde in Eigenleistung der Kameraden eine Garage im der Stadt gehörenden Grundstück eines ehemaligen Fuhrgeschäftes gesichert, Fenster vergittert, Tor ersetzt, Zwischendecke eingezogen und Fußboden erneuert, Heizung provisorisch sichergestellt. Doch nun begannen die Probleme erst richtig.

Mit welchen Schwierigkeiten die Stationierung der Fahrzeuge und Ausrüstung an 2 ca. 2km entfernten Orten während des alltäglichen Dienstes, insbesondere jedoch bei Alarm verbunden waren, läßt sich nur noch erahnen.

Das Löschgruppenfahrzeug „Robur“ wurde 1988 durch einen neuen „Robur“ LO LF 8- TS 8 –STA mit Vorbaupumpe FP8/8 und Schlauchtransportanhänger ersetzt.

LF-LKW-TS8-STA

LF-LKW-TS8-STA

1995 vor dem neuen Gerätehaus LO LF 8- TS 8 und TLF 16 auf Fahrgestell W50

Die Zeit der Wende und des Neubeginns 1989/1990 ging auch an der Feuerwehr nicht spurlos vorüber. Zum einen verließen einige Kameraden Königstein in Richtung alte Bundesländer, entstandene Lücken waren nur schwer zu schließen. Andererseits konnte die Tageseinsatzbereitschaft nur noch unter größten Schwierigkeiten sichergestellt werden, da von nun an der Arbeitsplatz eindeutig vor der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr stand, und dies alles bei einem stetig steigenden Einsatzaufkommen im Vergleich zu Zeiten vor 1989/90.

Die Wehrleiter von 1946 – 1991 im Überblick

1946 – 1959 Willy Wehner
1959 – 1961 Herbert Wehner
1961 – 1967 Werner Gnauck
1967 – 1970 Herbert Wehner
1970 – 1976 Manfred Mitreiter
1976 – 1991 Roland Gäbel

Außerdem wurde erstmals nach 1933 wieder eine Wehrleitung gewählt, der ab 1991 Kam. Günther Röllig als Wehrleiter vorstand. Er löste Roland Gäbel nach 25 – jähriger Amtszeit ab. Zugleich wurde die Feuerwehr neu strukturiert, sie untergliedert sich jetzt in eine Einsatzabteilung, die Jugendfeuerwehr und eine Alters- und Ehrenabteilung.

Die Trägerschaft der Feuerwehr ging wieder in die Hände der Kommunen zurück, bei knappen Kassen und großem Nachholbedarf auf allen Gebieten galt es auch die Feuerwehr den neuen Bedingungen entsprechend auszurüsten.

Dabei konnte von den Kameradinnen und Kameraden ein wichtiger Teilerfolg errungen werden: Es wurde festgelegt, das der Gebäudekomplex des ehem. Fuhrgeschäftes Prescher zum Feuerwehrgerätehaus ausgebaut werden soll!! Es sollte jedoch noch bis zum 21.12.1991 dauern, bis das neue Gerätehaus mit 3 Fahrzeughallen,

Schulungsraum und Sanitärtrakt im so genannten ersten Bauabschnitt bezogen werden konnte. Am 09. November 1991 gründete sich in Königstein der Feuerwehrverein mit dem Ziel, die Feuerwehr Königstein zu unterstützen, das Gemeinschaftsleben zu fördern, bei Veranstaltungen mitzuwirken und die Bewohner der Stadt über die Tätigkeit der Feuerwehr zu informieren.

Ein erster wichtiger Meilenstein in der Vereinsarbeit war die Ausgestaltung der Feierlichkeiten anlässlich 120 Jahre FF Königstein gemeinsam mit der Feuerwehr.

Auftakt dazu bildete ein so erstmals durchgeführter Tag der offenen Tür im Juni 1992 am neuen Standort unter Einbezug verschiedener Händler, der Brandschutztechnik Görlitz GmbH und der FF Bad Schandau mit ihrem neuen Vorausrüstwagen.

Im September 1992 folgte dann bei herrlichem Spätsommerwetter das eigentliche Festwochenende mit Festzeltbetrieb, Schauübungen der Einsatzabteilung und der Jugendfeuerwehr, historischem Festumzug und abschließendem großen Festumzug am Sonntag. Abgeschlossen wurde das Gründungsjubiläum mit einer Festveranstaltung und anschließendem Feuerwehrball am Gründungstag, dem 12. November.

Nach langer Hilflosigkeit bei den immer häufiger werdenden Einsätzen zur technischen Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen war es dann endlich soweit, am 17.09.1993 konnte dann der Verein einen mit eigenen und Sponsorenmitteln aufgebauten Vorausrüstwagen (VRW) an die Einsatzabteilung übergeben. Das in Eigenleistung der Kameraden vom ehemaligen KLF zum VRW umgebaute Fahrzeug vom Typ B 1000 war mit den erforderlichen Geräten zur technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen und anderen Unfallereignissen ausgerüstet. Der hydraulische Rettungssatz dazu (Variogerät Fabrikat Weber) wurde vom Landratsamt bereitgestellt, die ersten Presslufthebekissen stammten aus Königstein im Taunus.

Zum Ende des Jahres 1993 folgte dann noch die Indienststellung des ersten MTW, ebenfalls ein Barkas B 1000 entstanden wiederum mit Unterstützung des Vereins und von Sponsoren aus einem ehemaligen Krankenwagen. Beide Fahrzeuge waren bei einem Aufkommen von nunmehr 40 bis 45 Einsätzen pro Jahr, davon ca. 60 % technische Hilfeleistungen, nicht mehr aus dem Fahrzeugbestand wegzudenken.

Die Eingemeindung des benachbarten Pfaffendorf brachte 1994/95 eine erneute Änderung der Struktur der Wehr, es wurde die Stadtfeuerwehr Königstein bestehend aus den Ortsfeuerwehren Königstein (Stützpunkt) und Pfaffendorf ins Leben gerufen. Der gewählten gemeinsame Wehrleitung stand Kamerad Günther Röllig als Stadtwehrleiter vor, Ortswehrleiter Königstein wurde Kamerad Uwe Hübsch.

Das Jahr 1995 war wieder von Baumaßnahmen und unzähligen Arbeitseinsätzen geprägt.

Der Vorplatz und die Außenfassade des Gerätehauses wurden von Baufirmen saniert, die Kameraden überholten ein aus Mitteln des Feuerwehrvereins und Sponsoren gekauftes LF 8 auf Mercedes Benz mit Vorbaupumpe, welches im Oktober 1995 feierlich an die Jugendfeuerwehr übergeben werden konnte.

Das Gerätehaus sah zwar nun von außen recht schmuck aus, fertig saniert und in einwandfreiem Zustand war es deswegen aber lange noch nicht!

Für die letzten beiden Hallen fehlte der Innenausbau nebst Heizungserweiterung, die alten Stahltore boten keinerlei Wärmedämmung, von ausreichend Lagermöglichkeiten ganz zu schweigen.

Jugendfeuerwehr

Jugendfeuerwehr

Die Jugendfeuerwehr 1995,mit ( links) Stellv. Wehrleiter- Toni Mitreiter, (3.v. links) Stellv. Jugendwart- Michael Petrick und (rechts) Jugendwart Andreas Anders und im Hindergrund ihr neues Fahrzeug.

Nach einem weiteren Wechsel an der Spitze der Wehrleitung ist Kamerad Uwe Hübsch seit 1997 Stadtwehrleiter und Kamerad Toni Mitreiter Ortswehrleiter von Königstein.

Eine erste Bewährungsprobe bestand die neue, altersmäßig recht junge Wehrleitung (zum Zeitpunkt waren außer dem Gerätewart alle Leitungsmitglieder unter 40 Jahre alt) gemeinsam mit dem Feuerwehrverein mit der Ausrichtung der Feierlichkeiten zum 125. Gründungsjubiläum der Wehr im September 1997. Erstmalig war Königstein dabei Gastgeber für einen Kreisjugendfeuerwehrtag.

Weitere Höhepunkte waren eine große Schauübung der Einsatzabteilung gemeinsam mit Wehren umliegender Orte an der Mittelschule, eine Schauübung der Jugendfeuerwehr, eine historische Übung mit den Alterskameraden und wiederum ein Fahrzeugkorso historischer und moderner Einsatzfahrzeuge von der Papierfabrik bis zum Festplatz auf den Elbwiesen.

Übung Schule 1

Übung Schule 1

Übung Schule 2

Übung Schule 2

 

Am 17.07.1998 konnte das erste seit 1938 von der Stadt Königstein wieder selbst gekaufte Feuerwehrfahrzeug feierlich in Dienst gestellt werden, der neue VRW auf VW T4 synchro löste den mittlerweile altersschwachen B 1000 (Baujahr 1969) ab.

Vom Feuerwehrverein wurden dabei Gelder zur Ergänzung des hydraulischen Rettungssatzes beigesteuert, so dass nunmehr eine Schere S90 und Spreizer SP 30 bereitstehen.

Weitere Ausrüstungsgegenstände für die technische Hilfeleistung wie Rettungszylinder RZ 2 und RZ 3 wurden 1999 mit Hilfe von Fördermitteln des Freistaates Sachsen beschafft, ebenso wie eine leistungsfähige TS 8/8 Rosenbauer Fox für das LF8 auf LO.

VRW alt+neu

VRW alt+neu

 

Alter (Barkas B1000) und neuer Vorausrüstwagen (VW T4 synchro ) 1998

1999 begann auch die schrittweise Ausrüstung der Atemschutzgeräteträger mit NOMEX Überjacken nach HuPF und mit der Eingemeindung des Ortes Leupoldishain kam eine 3. Ortsfeuerwehr hinzu.

Der alte MTW auf Barkas B1000 konnte im November 1999 mit großer Unterstützung von Sponsoren und des Feuerwehrvereins durch einen gebraucht erworbenen VW T4 ersetzt werden, welcher mit vielen Eigenleistungen der Kameraden zum Mehrzweckfahrzeug für die Feuerwehr hergerichtet wurde.

Ein weiterer Höhepunkt im Leben unserer Feuerwehr sollte das Jahr 2000 werden.

Zum einen stiegen die Anforderungen im Einsatzdienst nochmals drastisch an, die Einsatzzahlen kletterten auf glatte 70 und den Beteiligten werden der Großbrand in der Sächsischen Schweiz Fleisch GmbH Pirna (3 Todesopfer unter der Belegschaft) und der gleich im Anschluss darauf folgende Waldbrand auf dem Großen Winterberg vom 21.06.00 bis 23.06.00 wohl langfristig in Erinnerung bleiben.

Außerdem konnte im November 2000 endlich das Langersehnte LF 16-TS in Dienst gestellt werden, welches vom Landkreis nach Umsetzung der Gemeindegebietsreform im Rahmen des erweiterten Katastrophenschutzes in Königstein stationiert wurde. Das LF 8 auf Robur LO versieht nun in der Ortsfeuerwehr Leupoldishain seinen Dienst, wo es einen S 4000 aus dem Jahr 1961 ersetzte.

Ebenfalls im Jahr 2000 begannen die intensiven Vorbereitungen für den kaum noch für realisierbar gehaltenen nun doch in greifbare Nähe gerückten Grundhaften Um- und Ausbau des Königsteiner Gerätehauses – 11 Jahre Stückwerk sollten nun doch noch einen positiven Abschluss finden?!

Ein bereits aus den Jahren 1990/91 stammendes Projekt wurde wieder aus der Schublade geholt und den heutigen Anforderungen entsprechend überarbeitet und angepasst, der Fördermittelantrag beim Regierungspräsidium Dresden gestellt.

Im Frühjahr 2001 kam dann der positive Fördermittelbescheid, so daß der Bau am 20.07.01 mit Eigenleistungen der Kameraden zum Aushub der Baugrube für den Anbau beginnen konnte. Nach Abschluß der Bauleistungen bei laufendem Betrieb (!) und unzähligen Stunden an unentgeltlicher Arbeit der Kameraden einschließlich der damit verbundenen Nervenschlacht bei allen Beteiligten hoffen wir auf eine Inbetriebnahme des neuen Hauses mit 4 Stellplätzen, einem Lager und den nach Gerätehausbaurichtlinie erforderlichen Funktionsräumen noch im III. bzw. IV. Quartal 2002.

Weitere Informationen zu den Mannschaften, Fahrzeugen, Geräten und zum Gerätehaus unserer Wehr sind auf den anderen Seiten zu finden.